Motivation unterwegs

Höhenprofil und KarteMama, wie weit ist es jetzt noch?
Papa, wann sind wir endlich da?

Jeder der mit Kindern wandern geht, kennt auch  lustlos laufende Kids. Zunächst einmal ist die Frage nach der verbleibenden Wegstrecke allerdings durchaus berechtigt und sollte keinesfalls als Nörgelei eingestuft werden. Versuchen Sie solche Fragen also möglichst genau zu beantworten. Dazu hilft ein gemeinsamer Blick in die Karte oder ins Wanderbuch: „Hier sind wir gerade, bis dorthin geht es noch bergauf und da ist das nächste Zwischenziel“ wäre eine adäquate Auskunft. Besonders gut nachvollziehbar ist der Weg für Kinder in einem Höhenprofil, deshalb sind Naturzeit Wanderbücher für Familien mit besonders detaillieren Höhenprofilen ausgestattet. Ältere Kinder lassen sich auch für die Zusammenhänge zwischen der Darstellung auf der Karte und der Realität in der Natur interessieren. Sie könnten dann probieren bis zum nächsten Ziel die Führung der Gruppe nach Karte und Wegbeschreibung ganz alleine zu übernehmen.

Helfen konkrete Auskünfte nicht weiter, kann man mit spielen, singen und Geschichten erzählen für gute Stimmung sorgen. Eine Auswahl geeigneter Spiele, bei denen es sich fast unbemerkt weiter läuft, haben wir hier für Sie zusammengestellt.

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Die schönsten Spiele am Berg und anderswo

Mit Worten spielen

Wenn sich Kinder beim Gehen langweilen, spüren sie jeden Schritt und plötzlich ist das Laufen schrecklich anstrengend. Ist dagegen der Kopf beschäftigt, laufen die Füße fast von alleine. Das kennen auch Erwachsene. Besonders gut hilft hier ein Gespräch oder ein Lied. Singen sorgt außerdem für gute Stimmung und verleiht zusätzlichen Schwung. Fragen Sie ruhig mal nach, welche Lieder ihre Kinder so aus der Schule kennen. Ich habe dabei das ein oder andere neue kennengelernt. Eine spannende Geschichte, die vielleicht noch das Wanderziel mit einbezieht, funktioniert ebenso gut. Da aber nicht jeder aus dem Stegreif ein tolles Märchen erfinden kann, sind Spiele, die den Geist beschäftigen eine gute Alternative.

Ich packe meinen Rucksack1. Ich packe meinen Rucksack …
… ist die Wandervariante zum bekannten Kofferpacken. Die Spielregeln sind einfach. Der jüngste Spieler beginnt mit dem Satz. Ich gehe heute wandern und packe meinen Rucksack. Ich packe einen …… (beliebiger Gegenstand) ein. Der nächste Spieler wiederholt den kompletten Satz und fügt ein weiteres Gepäckstück hinzu. Das geht so lange weiter bis der Rucksack dick und schwer wird und ein Spieler bei der Aufzählung einen der Gegenstände vergisst oder gar nicht mehr weiter weiß und damit das Spiel verloren hat.

2. Die Wortkette
Wortketten eigenen sich wunderbar zur Beschäftigung beim Wandern. Der erste Spieler beginnt mit einem zusammengesetzten Wort wie zum Beispiel Apfelbaum. Das nächste Wort muss dann mit dem zweiten Wortteil des ersten beginnen: Baumstamm wäre eine Möglichkeit. Oder vielleicht Baumsäge? Verloren hat derjenige, dem zuerst kein Wort mehr einfällt. Um das Spiel flott zu gestalten, kann man für größere Kinder die Zeit zur Antwort begrenzen. Am einfachsten und am lustigsten misst man die Zeit beim Wandern in Schritten: Wem nach 20 Schritten immer noch keine Lösung eingefallen ist, der hat das Spiel verloren.

3. Was bin ich?
Das lustige Ratespiel war lange der Favorit unserer Kinder. Ein Spieler denkt sich einen Begriff aus. Das kann ein Beruf sein, ein Tier oder eine bekannte Persönlichkeit. Die anderen Mitspieler stellen Fragen, die nur mit ja oder nein beantwortet werden dürfen. Wer den Begriff zuerst rät, hat das Spiel gewonnen. Kommt man sehr lange nicht zum Ziel, gibt es für die Ratenden ein ersten und vielleicht später auch noch einen zweiten Hinweis.

Wanderspiele

Auf Fotosafari

Suchspiele

Suchspiele jeder Art sind meine besonderen Favoriten, weil Sie nicht von der Umgebung ablenken, sondern diese mit einbeziehen und damit die Aufmerksamkeit für interessante Details in der Natur wecken. Einige Suchspiele brauchen jedoch etwas Vorbereitung.

4. Das Farbensuchspiel
Dieses Spiel kann man auch spontan und mit jüngeren Kindern spielen. Der erste Spieler sucht sich eine Farbe aus. Alle anderen beginnen am Wegesrand zu suchen. Wer beim Laufen zuerst einen Gegenstand der passenden Farbe entdeckt, hat gewonnen und wählt die nächste Farbe.
Das Spiel lässt sich leicht variieren, indem man nach anderen Dingen sucht: einer Buche, einem Tannenzapfen, einem Pilz, einem Tier das fliegen kann oder vielleicht nach einem Tier ohne Beine…

5. Auf Schatzsuche
Bei der Schatzsuche muss jeder Spieler während der Wanderung kleine Dinge finden. Man kann für jedes Kind ein Säckchen vorbereiten, in dem die Schätze unterwegs vor neugierigen Blicken geschützt verstaut werden können. Jedes Kind bekommt vor der Wanderung einen Auftrag, den man auch per Loszettel verteilen kann. Man kann die Kinder nach konkreten Dingen suchen lassen wie zum Beispiel einem Kiefernzapfen, Bucheckern oder einem bunten Stein oder auch abstraktere Begriffe verwenden. „Finde etwas rundes, etwas spitzes, etwas weiches, etwas rotes und etwas essbares“ wäre zum Beispiel ein interessanter Suchauftrag, der bei jedem Kind zu einem anderen Ergebnis führen dürfte. Am Ende der Wanderung oder bei einer Pause packt man dann die Säckchen aus und vergleicht die Ergebnisse. Vielleicht kann auch jeder kurz erzählen, wo er seine Schätze  entdeckt hat.

6. Die Fotosafari
Statt mehrere Schatzsucher in Konkurrenz loszuschicken, kann man den Suchauftrag auch an eine ganze Kindergruppe vergeben, die dann zusammen auf Forschertour geht. Das funktioniert auch wunderbar mit Geschwistern unterschiedlicher Altersstufen und fördert das gemeinschaftliche Entdecken der Natur. Gemeinsam sammelt man zum Beispiel alle Tierarten, die einem auf einer Wanderung begegnen. Da man diese schlecht mitnehmen kann, werden Sie zum Beweis fotografiert. Es zählt alles – von der Ameise bis zur Kuh auf der Weide. Für jede Tierart gibt es einen Punkt, der hinterher in Gummibären oder andere kleine Süßigkeiten umgetauscht werden kann.

Das Thema der Safari kann je nach Jahreszeit und Wandergebiet variieren: im Frühsommer könnte man unterschiedliche Blüten suchen lassen, aber auch Blätter oder Früchte wären ein mögliches Thema für eine Fotosafari.

Kids_nature_Game7. Kids Nature Game
In perfektionierter Form gibt es diese einfachen Suchspiele als cooles Kartenspiel bei dem Hinweise auf der Rückseite der Karte die Suche erleichtern und die Kinder weitere Informationen über ihre Tiere oder Pflanzen bekommen. Das Kids-Nature-Game hat der Schweizer Stephan Gürtler ursprünglich erfunden, um seine Söhne zum Wandern zu motivieren. Die schön gestaltete Version bei der die Suchkarten aufgefädelt auf einen Kletterhaken am Rucksack baumeln, können Sie direkt bei seinem Erfinder unter www.kids-nature-game.ch bestellen.

Wanderspiele im Gehen

Laufspiele

Die letzte Gruppe der Spiele macht das Laufen an sich zu einer spannenden Sache, indem sie den gleichförmigen Rhythmus des Gehens durchbricht. Laufspiele eignen sich vor allem für Wegabschnitte auf breiten Fahrwegen und ausschließlich in ungefährlichem Gelände.

8. Blinde Kuh
Mit einem Tuch werden einem Wanderer die Augen verbunden und er lässt sich von den anderen führen. Dabei können sowohl die Eltern ein Kind führen, als auch ein Kind einen Erwachsenen. Allerdings sollte beim ersten Versuch ein weiterer Erwachsener einen Blick auf das Geschehen haben um im Zweifelsfall einzugreifen, wenn ein jüngeres Kind die Situation noch nicht so richtig überblickt.

9. Hüpfen, springen, rückwärts gehen
Statt ganz normal zu laufen, darf sich reihum immer ein anderer Wanderer eine besondere Art der Fortbewegung einfallen lassen und ein Ziel aussuchen, das auf diese Weise erreicht werden muss. Also zum Beispiel seitlich gehen bis zu der Bank dahinten oder hüpfen bis zur nächsten Wegkreuzung. Besonders viel Spaß haben Kinder an diesem Spiel, wenn auch die Eltern mitmachen.

10. Versteckspiel am Wegesrand
Ein Wanderer läuft mit verbundenen Augen (in erwachsener Begleitung) oder wartet, während sich die anderen weiter vorne in Wegnähe ein Versteck suchen. Wer in seinem Versteck nicht gefunden wird, bis der Sucher vorbeigelaufen ist, hat gewonnen und taucht von selbst wieder auf und schließt sich den Wanderern an.
Bei jüngeren Kindern oder in unbekanntem Gelände schickt man einen Erwachsenen voraus, der dann beim Weiterlaufen vom Kind gefunden werden muss …


Macht jede Wanderung zur Safari!

Wusstet ihr, dass ein Maulwurf in einer einzigen Stunde bis zu sieben Meter weit graben kann? Und das eine Walderdbeere gar keine Frucht, sondern eigentlich eine Nuss ist? Wo würdet ihr nach einer Raupe suchen? Und wo nach Moos oder einer Heuschrecke? Wer mit dem Kids Nature Game auf eine Wanderung geht, sieht die Natur mit neuem Blick und aus jeder Wanderung wird eine spannende Exkursion. 

WanderspieleSo funktioniert das Spiel: Jedes Kind bekommt 4-10 Karten, je nach Länge der Wanderung, auf denen ein Pflanze oder ein Tier abgebildet ist. Auf der Rückseite gibt es Suchtipps bei denen man auch noch viel über sein Suchobjekt erfährt. Während der Wanderung werden die Karten sicher und cool mit einem Kletterhaken an Rucksack oder Gürtelschlaufe befestigt. Für jedes gefundene Objekt gibt es Punkte. Wer am Schluss die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

Praxistipps: Der vorhandene Kartensatz ist auf Wald und Wiesen abgestimmt und eignet sich weniger für Touren im Gebirge. Eventuell ist es auch notwendig die Karten ein wenig vorzusortieren, damit auch jüngere Kinder erfolgreich suchen und Geschwisterkinder mit einigermaßen fairen Vorraussetzungen starten. Dann steht dem Spielspaß nichts mehr im Wege!

Der Erfinder: Stephan Gürtler lebt in der Schweiz und hat diese Spielidee entwickelt, um seine Söhne für Wanderungen zu begeistern. Die Spielkarten können Sie direkt bei Ihm auf der Website www.kids-nature-game.ch bestellen.